Die Zukunft der Arbeit ist, nicht zu arbeiten! (2)

„Einige der wichtigsten [gesellschaftlichen] Innovationen entstehen nicht durch neue Technologien, sondern durch andere Arten zusammenzuarbeiten und Arbeit zu organisieren.“

Keine Angst: Die Überschrift soll keine Ankündigung für eine künftige Massenarbeitslosigkeit sein. Es soll auch keine Überlegung zu absolutem Müßiggang von allen und jedem sein. Vielmehr soll sie andeuten, wie weitreichend der Umbruch sein könnte, den die digitale Revolution bedeutet. Dann würde die klassische Arbeit, verstanden als tayloristisch organisierte Erwerbsarbeit, ersetzt durch die Leidenschaft, mit anderen Menschen zusammen etwas zu gestalten oder herzustellen. Zugleich würde damit auf der sozialen und gesellschaftlichen Ebene eintreten, was Tom Malone vom MIT in obigem Zitat zum Ausdruck gebracht hat.1 Die Zukunft der digitalen Arbeit ist natürlich eine Standpunktfrage. Sie ist aber definitiv nur zu einem geringen Teil eine rein technische Frage, auch wenn die digitale Technologie als „Enabler“ zu sehen ist.2 Fest steht für mich jedenfalls, dass im Moment das tayloristische Betriebsmodell durch die digitale Disruption genauso zur Disposition steht, wie das fordistische Gesellschaftsmodell,3 das darauf gründet.

Die digitale Technik eröffnet damit viele neue „schöpferische“ bzw. dialektische Möglichkeiten, wie das Arbeiten in demokratischen Gesellschaften möglich wird. Mehr noch: Sie eröffnen die Möglichkeit, ein völlig neues Modell von Arbeit zu denken, die gesellschaftlich ja immer notwendig sein wird.4 Allerdings: von alleine wird sich weder positiv noch negativ etwas verändern. Gefragt sind alle Akteure, die die Arbeitswelt gestalten und ausgestalten – in je unterschiedlicher Verantwortlichkeit und auch mit verschiedenen Möglichkeiten. Dieser Teil 2 des Blogbeitrages (hier geht es zu Teil 1), der auf Initiative von Philosophie.ch entstanden ist und parallel zu meinen Einträgen auch dort nachzulesen ist (hier und hier), befasst sich damit, was, in Bezug auf Arbeit, das Gattungswesen von Menschen ausmacht und warum gerade soziale Kollaborationen dazu beitragen (können), dieses Gattungswesen wieder wirkmächtig werden zu lassen. Verstanden tatsächlich im Sinne einer Zukunft der Arbeit. Und natürlich verstanden im Sinne dessen, was ich oben dazu geschrieben habe. Doch jetzt auch hier zum Originalbeitrag.5

Bild: Ford Madox Brown - Work (Google Art Project)

„Gegenüber diesem Mann, der nicht arbeiten kann stehen zwei Männer, die scheinbar nichts zu tun haben. Dies sind die Kopfarbeiter, die, obwohl sie müßig erscheinen, arbeiten und die der Grund für wohlgeordnete Arbeit und das Glücklichsein anderer sind.“ Es gibt eine schöne Beschreibung von Ford Madox Brown über seine Gedanken zu diesem Bild, das er mit dem prägnanten Titel „Arbeit“ bezeichnet hat.6 Es gut geeignet zu zeigen, wie sehr sich auch die Vorstellung von Arbeit in der Gesellschaft, heute als Erwerbsarbeit zu sehen, gewandelt hat. Zu dieser Zeit von einer ländlichen „Idylle“ hin zu einer städtischen Ökonomie in London (Hampstead). „Die Zäune um die Baugrube trennen die Realität der produktiven Arbeit von der Muße, Trägheit und unproduktiven Arbeit.“7 
Bild (=Beitragsbild): Ford Madox Brown – Work (Google Art Project). Verwendung als gemeinfreie Datei.

Die Zukunft der Arbeit (2)

„Das Selbstbewußtsein ist an und für sich, indem, und dadurch, daß es für ein Anderes an und für sich ist; d.h. es ist nur als ein Anerkanntes.“8

Die Zukunft der (digitalen) Arbeit erwächst ganz elementar aus den Widersprüchen und Problemen der Vergangenheit und Gegenwart, so hatte ich im ersten Teil meines Blogbeitrages geschrieben. Diesen Aspekt möchte ich in Teil zwei weiter vertiefen und daraus ableiten, warum für mich die Zukunft der Arbeit darin besteht, dass wir, dank der digitalen Plattformen, zeitsouverän arbeiten und zugleich während der Arbeitszeit „Leben“ können. Wie ich ebenfalls schon ausführte, gilt für die digitale Revolution, dass sich alleine aufgrund der Einführung einer Technologie nichts verändert. Technologiekritische Einwände treffen insofern in einem ziemlichen Unverständnis auf explizit technologiedeterminierende Versprechungen. Ein nachgerade idealtypisches Muster einer dialektischen Entwicklung. Es sind die darauf aufbauenden und daraus folgenden Überlegungen, die mir oft fehlen, wenn das Thema Zukunft der Arbeit verhandelt wird. Um damit zu beginnen: Während der Arbeit leben hört sich möglicherweise komisch an. Es gehört aber unmittelbar zu dem, was Karl Marx als Gattungsleben beschrieben hat und was Thema von Teil 1 dieses Blogbeitrags war. Dies wird nun näher auszuführen sein, weil es das dialektische Element deutlich zu machen geeignet ist.

Das Gattungsleben – digital gesehen

„Wir tauchen nicht mehr aus der ‚realen‘ Welt in die ‚virtuelle‘ Welt ein, sondern wir nutzen einen gigantischen Informationsraum als neue Dimension sozialen Handelns!“9

Noch vor aller digitalen Revolution ergeben neuere wissenschaftliche und empirische Erkenntnisse bezüglich der Arbeit der Gattung Homo Sapiens in meinen Augen ein völlig anderes und neues Bild des „Gattungslebens“, als es Karl Marx vor Augen stand oder Frederic Taylor gezeichnet hat. Sie zeigen nämlich, dass die Zusammenarbeit von Menschen eine immer schon gegebene Kollaboration im Rahmen von Gruppen bedeutet hat und darstellt. Gattungsleben bedeutet gemäß dieser Interpretation, dass es der Mensch „in einem beispiellosen Ausmaß“ geschafft hat, „in Gruppen kooperativ zu handeln und zu denken“. Und „die beeindruckendsten kognitiven Leistungen von Menschen“ sind in der Regel keine „Produkte allein handelnder, sondern gemeinsam agierender Individuen.“10 Arbeit bedeutet, und hat immer auch bedeutet, dass es im Rahmen dieser Kooperationen um Anerkennung geht, Kritik gibt, Konflikte zu lösen sind und letztlich vielfach auch freundschaftliche oder sogar intime Beziehungen entstehen (können). Insofern ist es ganz und gar nicht zufällig, dass das Gattungsleben im Rahmen der digitalen Transformation neu ausbuchstabiert wird. Die digitalen Plattformen kommen deshalb explizit ins Spiel, weil erst sie, als Ausgangs- und Zielpunkt der digitalen Transformation, verbunden mit den Möglichkeiten von sozialer Software (Web 2.0), den (digitalen) Informationsraum als neuen sozialen Handlungsraum in einem realen Sinn entstehen lassen. Eine echte digitale Kollaboration kann dabei nur stattfinden, wenn die vernetzten Beschäftigten sich auf Augenhöhe begegnen. Sie werden zu Peers, also Gleichgestellten im Arbeitsprozess. Das ermöglicht es, die soziale Seite des Gattungslebens (wieder) aktiv und vor allem während der Arbeitszeit zu vollziehen.

Bild: Lars_Plougmann_-_Taylorism_(auf dem Wikimedia Commons)

Sinnbild11 für die Entfremdung vom „Gattungswesen“ in der Arbeitswelt, um die es im Rahmen dieses Blogbeitrags gehen wird, mag diese Darstellung von Lars Ploughman bezüglich einer tayloristischen Arbeitsorganisation sein. In einem solchen „Design“ von Arbeit findet tatsächlich eine Entfremdung vom Vermögen von Menschen, kollaborativ zusammenzuarbeiten, statt.12 Dies geht sogar so weit, dass aus ursprünglich geborenen „Teamplayern“ Menschen werden (können), die individuell nur noch das arbeiten, was ihnen direkt „angeschafft“ wird.
Bild (= Beitragsbild): Lars Plougmann – Taylorism. Verwendung unter den Bedingungen der Creative Commons (BY-SA), also Namensnennung und Verwendung unter gleichen Bedingungen.

Leben durch die Arbeit

Zurück kommt damit letztlich die Möglichkeit, die im Rahmen der Industrialisierung mühsam ausgeschleuste Lebenswelt während der Arbeit zu leben: weil nun nämlich durch neue Arbeitszeitarrangements, beispielsweise der Vertrauensarbeitszeit, wieder wichtige Elemente des privaten Zusammenlebens während der Arbeitszeit und an unterschiedlichen Orten (via digitale Plattformen) erledigt werden können.13 In einer Kurzformel ausgedrückt: Arbeitszeit = Lebenszeit. Etwas ausführlicher: Es geht im Rahmen der digitalen Revolution nicht (mehr) darum, eine „Freiheit von der Arbeit“ zu erreichen nach deren Erledigung „gelebt“ werden kann.14 Es geht vielmehr darum, „Freiheit in der Arbeit“ (Mückenberger 2007, S. 195) zu ermöglichen. Und damit Zeitautonomie zu erreichen, um Arbeit (wieder) als Teil des Gattungslebens von Menschen zu verwirklichen.

In Teil eins dieses Blogbeitrages habe ich den Film Augenhöhe (Original) als aktuelles und vielleicht auch utopisches Beispiel für das Gattungswesen Mensch im Arbeitskontext eingebettet. Für Teil zwei bietet es sich an, die beiden Filme AUGENHÖHEwege (orange und weiß) zu zeigen. Als Vorgeschmack hier der offizielle Trailer dazu.

„Welche Wege führen zu einer neuen Kultur der Zusammenarbeit, die menschlich und ökonomisch erfolgreich ist? AUGENHÖHEwege zeigt mutige Unternehmen, die ein gutes Stück ihres Weges bereits gegangen sind.“15

„Hell aus dem dunklen Vergangnen …“16

„Spekulativ denken heißt, ein Wirkliches auflösen und dieses in sich so entgegensetzen, daß die Unterschiede nach Denkbestimmungen entgegengesetzt sind und der Gegenstand als Einheit beider aufgefasst wird.“17 

Derzeit gibt es tatsächlich zwei digitale Entgegensetzungen: dem Versprechen echter und selbstbestimmter, weil vernetzten Kollaboration, steht die Vorstellung eines „digitalen Fließbandes“ gegenüber.18 Und natürlich werden viele digitale Plattformen zunächst als erweitertes und raffinierteres tayloristisches Konzept eingeführt.19 Doch die starke Pfadabhängigkeit von Technologien kann in bestimmten Phasen disruptiv unterbrochen werden.20 Im Kontext der digitalen Revolution spielt dabei nicht nur die Unterbrechung der Pfadabhängigkeit im technologischen Sinn eine Rolle. Es geht vor allem um die sozialen Disruptionen. Zwar prägen die Strukturen der Vergangenheit und die vorherrschende Kultur die Menschen tiefgreifend. Doch weil sie Menschen sind, bleiben sie als Gattungswesen widerständig, auch in der maschinenhaft konstruierten tayloristischen Arbeitswelt. Daraus ergeben sich die vielfältigen Konflikte und Widersprüche, die zu einer echten „Aufhebung“ der Gegensätze und Widersprüche führen können.21 Und in der Tat: Was sich im Moment abzeichnet, ist ein ganz anderes Verständnis von Arbeit und neue Ansprüche an die Arbeit. Sowie, eng damit verbunden, ein anderes und neues Menschenbild derjenigen, die zusammenarbeiten (wollen).22

Dieser Widerspruch erwächst aus den Wünschen der Menschen selbst, die ihr Gattungsleben in der Arbeit wieder erleben wollen und dies über veränderte Wertvorstellungen im Sinne von Ansprüchen an die Arbeit kommunizieren.23 Die dialektischen Widersprüche, die im Moment bezüglich der Arbeit und vor allem Arbeitszeitgestaltung zu sehen sind, kann man im Prinzip sogar im gleichen Unternehmen sehr gut beobachten. Sie haben natürlich noch viele andere Anteile, nicht nur den der sozialen Gestaltung der Lebenswelt im Rahmen von Arbeitszeit als bezahlte Arbeitszeit. Und natürlich spielt die konkrete Technologie wiederum eine wichtige Rolle im Rahmen von Arbeitsprozessen und ihrer aktuellen Ausgestaltung. Dennoch: Hier kommt der ureigenste Wunsch von Menschen nach Anerkennung, Gerechtigkeit und Gleichbehandlung, und damit der Gestaltungswille ihres Gattungslebens, zum Ausdruck. Quasi das sehnsüchtige Verlangen danach.24 Und hier treffen wir wieder auf den unverfälschten Hegel, für den immer klar war, dass Menschen sich erst im Spiegel der wertschätzenden Reflexion anderer Menschen zum Menschsein entwickeln können.25 Was selbstverständlich oder vielleicht sogar zu allererst im Rahmen von Arbeit und der Zusammenarbeit gilt.26

Dialektik oder: Die List der Vernunft

Die Einheit des Gegenstandes: Entscheidend kommt es im Rahmen der digitalen Revolution darauf an, wie die Arbeitsprozesse gestaltet werden und welche Rolle die Menschen dabei innehaben. Das spannende daran ist für mich, dass eine dialektische Auflösung deshalb erfolgt, weil diese neue Form (digitaler) Zusammenarbeit nicht nur auf neu formulierte Ansprüche gegenüber der Arbeit zurückzuführen sind, sondern auch ökonomisch produktiver ist. Mit anderen Worten: es geht nicht nur um eine Veränderung der Arbeitsprozesse und Arbeitszeitgestaltung aus reiner Menschenliebe. Berücksichtigt man Arbeit als elementares Element des menschlichen Gattungslebens, dann ergeben sich für Unternehmen auch bessere Produkte oder innovativere Dienstleistungen, wenn sie zu einer echten sozialen Kollaboration übergehen. Nur dann, wenn sich die Neugestaltung tatsächlich an der Wesensbestimmung von Menschen ausrichtet, sind digitale Plattformen mehr als ein weiteres Werkzeug tayloristischer Arbeitsgestaltung. Dass eine solche Neugestaltung stattfindet, dafür sorgen wiederum die Menschen selbst. Zumindest dann, wenn sie dazu befähigt werden, die Arbeitsprozesse, die darauf aufbauenden Organisationen und schließlich die Gesellschaft selbst partizipativ mitzubestimmen. Um gemäß dem Gattungswesen zeitsouverän arbeiten und zugleich kollaborativ zusammenleben zu können.

  1. Zitiert nach Sattelberger (2015): Keynote im Rahmen der WING Tagung am 6. Mai 2015 in München. []
  2. Auch darüber habe ich schon öfter geschrieben. Verweisen möchte ich hier vor allem auf den Aufsatz aus dem Jahr 2015 gemeinsam mit Siegfried Lautenbacher in der Zeitschrift Computer und Arbeit mit der gleichen Überschrift wie bei diesem Blogbeitrag. []
  3. Darunter werden normalerweise die institutionellen Absicherungen, wie etwa Krankenversicherung, Rentenversicherung und auch Arbeitslosenversicherung verstanden. Was bezüglich einer Veränderung des Gesellschaftsmodells durchaus eine ganz eigene Problematik der Veränderung und Anpassung nach sich ziehen dürfte. []
  4. Nicht umsonst gibt es bereits mehrfach die Diskussion um ein bedingungsloses Grundeinkommen (hier und hier), von einigen sogar als explizite Antwort auf die Herausforderungen der digitalen Transformation formuliert (hier). []
  5. Gegenüber der Erstveröffentlichung auf Philosopohie.ch enthält er leichte textliche Korrekturen bzw. Erweiterungen und einige Ergänzungen im Bereich der Fußnoten. []
  6. Diese Bildbeschreibung von ihm selbst findet sich hier. Hier gibt es eine gute Beschreibung in der englischen Wikipedia. []
  7. Eigene Übersetzung. Hier das Zitat aus der Wikipedia: „The railings around the excavations separate the realm of productive work from that of leisure, lassitude and unproductive work.“ []
  8. Hegel, G.W.F. (1807): Phänomenologie des Geistes, Kapitel 4. []
  9. Boes, A.; Kämpf, T.; Langes, B. & Marrs, K. (Hrsg.)(2015): Dienstleistung in der digitalen Gesellschaft 2. Ergebnisse aus Forschung und Praxis. München. []
  10. Michael Tomasello (2010): Warum wir kooperieren. Berlin: Suhrkamp, S. 13. Wenn es ein Standardwerk dazu gibt, dann in meinen Augen dieses kleine und spannend zu lesende Büchlein. []
  11. Deshalb verwende ich dieses Bild sowohl in Teil 1, als auch in Teil 2 dieses Beitrags. []
  12. Speziell in der Arbeitssoziologie wird dies unter der Problematik der Überführung des menschlichen „Arbeitsvermögens“ in konkrete Arbeit diskutiert und verhandelt. Diese Überführung funktioniert in kollaborativen zusammenhängen wesentlich einfacher und reibungsloser. []
  13. Hierzu habe ich mich theoretisch umfassender im Beitrag „Die Rückkehr der Lebenswelt in die Arbeit“ (2010) beschäftigt. []
  14. Erst aus dieser Entgegensetzung ergeben sich letztlich auch all die großen Probleme einer Entgrenzung von Arbeitszeit. Eine Lösung muss demzufolge zwei Richtungen zugleich verfolgen: eine Entgrenzung der Arbeitswelt, die nun auch private Anteile als Arbeitszeit berücksichtigen muss und darüber vielfältige Unterstützung geben kann, sowie eine Leistungspolitik, die die unterschiedlichen Zeiten entsprechend berücksichtigt. []
  15. Aus dem Einführungstext in die Fortsetzung der Augenhöhe Filme mit dem Titel AUGENHÖHEwege. []
  16. „… leuchtet die Zukunft hervor“. Das ist das Ende der ersten Strophe des tradierten Arbeiterliedes „Brüder, zur Sonne, zur Freiheit“. Es ist nicht zufällig, dass gerade die Arbeiterbewegung in Deutschland sich mit diesen Aspekten von Arbeit auseinandergesetzt hat. Und dennoch die lebensweltlichen Aspekte während der Arbeit vergessen hat. Siehe hierzu auch Teil 1 des Beitrages []
  17. Hegel, G.W.F. (1986): Vorlesungen über die Philosophie der Religion I, Bd. 16/20, Frankfurt: Suhrkamp, S. 30. []
  18. Boes, a.a.O. []
  19. In genau diesen Fällen scheitern der Erfahrung bei Beck et al. Services nach diese Projekte. Die Quote dürfte, ähnlich wie bei Change Projekten grundsätzlich, bei annähernd 90 % liegen. []
  20. So zumindest sieht es Josef Schumpeter, wenn er von der schöpferischen Zerstörung durch technologische Erfindungen spricht. Siehe hierzu auch meine Einführung oben. []
  21. Auch hier kann ich letztlich Karl Marx folgen, der an dieser Stelle ein treuer Hegelschüler ist: denn die Aufhebung des Kapitalismus bedeutet auch für ihn nicht, in (einfach) abzuschaffen. Vielmehr muss es darum gehen, die positiven Aspekte stark zu machen und auf eine neue Ebene gesellschaftlichen Zusammenlebens zu heben, welche die dabei bestehenden Probleme löst. Das ist letztlich die im Zitat postulierte neue Einheit der Gegensätze. []
  22. Arbeit verstanden als Erwerbsarbeit selbst ist also zu einem Problem geworden. Und das noch vor jeder digitalen Revolution oder Transformation. Insofern gibt es auch viele ermutigende Beispiele ganz analoger Arbeitsprozessgestaltungen im hier gemeinten Sinn. Beispielhaft gezeigt im Rahmen der Augenhöhe Filme, siehe hierzu Blogeintrag 1 und oben. []
  23. Empirisch lässt sich dies als so genannter Wertewandel an den völlig geänderten Einstellungen junger Menschen in dieser Gesellschaft ablesen. Genannt seien hier die Shell Jugendstudien, aber auch andere Untersuchungen (beispielsweise hier) zu den Generationen Y und Z. []
  24. „… bis eurer Sehnsucht Verlangen Himmel und Nacht überschwillt!“ Das ist das Ende der zweiten Strophe des Liedes „Brüder, zur Sonne, zur Freiheit„. Der Zug der Millionen, der aus Nächtigem, nämlich dunklen tayloristischen und düsteren hierarchischen Großorganisationen, quillt, kommt nun plötzlich digital, über digitale Plattformen vernetzt, daher. Zumindest nach meiner Lesart. []
  25. Etwas salopp formuliert: Hier steht Hegel sowohl in der Tradition des deutschen Idealismus als dessen „Vollender“, als er auch den frühen bzw. auch jungen Karl Marx dazu inspiriert, genau dieses Bild zu Grunde zu legen und zu überlegen, warum das im Kapitalismus so nicht hinhaut. []
  26. Ich beziehe mich auch hier auf Hegel, nämlich auf das zentrale Kapitel „Herrschaft und Knechtschaft“, das er in seiner Phänomenologie des Geistes schreibt. Im geht es dabei vor allem um dieses Verhältnis der Arbeit. Bereits im ersten Satz dieses Kapitels, den ich als Eingangszitat gewählt habe, nimmt er für mich vorweg, was für ihn das Gattungsleben von Menschen ausmacht. []
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