Disruption durch digitale Bildung? (Videos Teil 3)

„Ich kann ehrlich gesagt keine konkrete inhaltliche Aussage in diesem […] Film (?) dazu erkennen, wie dort Lernen begriffen wird. Hier drängt sich mir, neben dieser fast schon absurden Chantal-Geschichte, eher die Botschaft auf, dass die Technik quasi das Lernen übernimmt.“1

Das Zitat stammt von Mike Voigt, einem Studenten im Rahmen des Kurses „Bildung im Digitalen Handlungsraum“ im Sommersemester 2017 an der Hochschule München. Gleich zu Beginn unserer virtuellen Phase auf Moodle2 hatte ich die Aufgabe gestellt, ein Video zu interpretieren, nämlich das ca. 3-minütige Video „Lernen in der Zukunft. Das digitale Klassenzimmer“ von Tech Student Germany (siehe unten). Es behandelt anhand von Microsoft Produkten die Frage, wie sich Schulbildung (aus Sicht der Produzenten des Videos) in Zukunft verändert. Der sich aufgrund dieser Aufgabe ergebende Diskussionsthread im Forum, an dem sich alle in der Gruppe befindlichen Studierenden beteiligt haben, hat mich nicht nur dazu bewogen, eine eigene Interpretation zu schreiben,3 die das Kernstück dieses Blogbeitrages ist, sondern auch, die Form des Vorgehens hier4 zu reflektieren, weil ich das „Experiment“ sehr fruchtbar fand. Das Seminar selbst bietet es auch inhaltlich an, zur digitalen Disruption im Bereich der Bildung etwas zu sagen. Es befasst sich im Rahmen eines Masterstudiengangs schließlich mit dem Thema „Gesellschaftlicher Wandel und Teilhabe„.

Dieser Blogbeitrag schließt direkt an die beiden Blogbeiträge von mir bezüglich des Einsatzes von Videos in der Lehre (hier und hier) an. Er geht sozusagen von der Anwendung entsprechender OER Materialen aus. Dazu drängt sich eine Videointerpretation zunächst einmal fast auf. Dennoch ist das Zustandekommen – so kurz nach den beiden anderen Beiträgen – ungeplant gewesen, weil es sich aus der konkreten Seminargestaltung meines aktuellen Kurses ergeben hat. Ich will das Video nicht überbewerten, es ist mir bei der Recherche ebenfalls eher zufällig in die Hände gefallen. Ich habe es unter anderem deshalb verwendet, weil es kurz war. Aber durchaus auch aufgrund der Überlegung, dass es in meinen Augen viel an konventionellen Bildungsvorstellungen mittransportiert.5 Gerade deshalb finde ich es ein schönes Beispiel für einen Einsatz von Videos in der Lehre, speziell zum Thema digitale Revolution in der Bildung, denn man kann, mit etwas Nachdenken und Schreiben darüber, eigentlich schon viel aus dem Video „herauslesen“.

„In dem Film kommt es mir weiterhin so vor, als würden sie die technische Komponente als Lösung für Probleme im Klassenraum ansehen“ (Alexandros Lameras).6 Die Zukunft der Bildung beschäftigt die Menschen seit langem und bringt auch spezifische Bilder zu den technischen Vorstellungen zu Tage. Hier wohl die direkte „Übertragung“ von Wissen in einem Bild aus dem Anfang des 20. Jahrhunderts zum Thema Schulbildung. Die Idee dahinger kann man m.E. heute übergangslos auf viele angebotene Tools und angepriesene Programme übertragen. Wenn das mit dem Lernen mal nur so einfach wäre.
Bild (auch Beitragsbild): In der Schule im 21. Jhdt. – Jean Marc Cote (um 1900) oder Villemard (um 1910) – Frankreich im XXI Jahrhundert auf den Wikimedia Commons als gemeinfreie Datei (CC0).

Die Aufgabe

„Ihre Aufgabe ist es, sich den Film anzusehen und Gedanken oder Notizen, die Ihnen dazu einfallen, im Rahmen des Forums zu hinterlegen. Sie können bereits hier diskutieren, zunächst aber wäre mir nur wichtig, dass sie einen Blick dafür bekommen, wie solche Themen in den entsprechenden Filmen (oft Werbevideos) verhandelt werden.“7

In Bezug auf die technischen Aspekte von Bildung und die organisatorischen Voraussetzungen von Lernen lohnt es sich normalerweise, einen Blick auf die Geschichte der Industrialisierung zu werfen. Nicht zufällig ist das nämlich auch die Geschichte der Herausbildung des modernen Schulsystems einschließlich der Trennung in betriebliche Bildung sowie politische Bildung und Hochschulbildung. Übernommen wurde dabei nicht nur die Vorstellung einer Zeitorganisation, beispielsweise im Sinne einer fixen Taktung der zu vermittelnden Fachinhalte (Fächer) oder eines sehr frühen Schulbeginns. Der Grundstruktur der curricularen Lehrpläne folgt(e) auch die Ausstattung mit damals verfügbaren Technologien im Sinne von entsprechenden (Schul-) Räumen und ihrer Einrichtung. Für eine Analyse der Verwendung von Technik in einer Gesellschaft sollte man jedoch „auf der einen Seite die begriffliche Verengung auf Sachtechnik vermeiden […] Auf der anderen Seite sollte die Ausweitung des Technikbegriffs auf alle Mittel und Methoden, ein besonderes Ziel zu erreichen […], vermieden werden.“8 Den Ansatz von Werner Rammert teile ich insofern nicht ganz, weil ich zwar auf der einen Seite durchaus Sozialtechniken von „harten“ Techniken (und ihren Artefakten) unterscheiden will, aber in der Mittel-Zweck Relation, um in Organisationen ein Ziel zu erreichen, ebenfalls eine (soziale) Technologie ausmachen würde. Diese zeigt sich in der Regel in der Organisationsstruktur, genauer dem „Bauplan“ von Organisationen, bezüglich der Steuerung und Entscheidungsfindung. Ich verwende deshalb im weiteren Fortgang das Begriffspaar Technostruktur (für Technologien) und Soziokultur (für die Mittel-Zweck Relationen in Organisationsstrukturen). Dies hatte ich zunächst noch nicht so differenziert zum Thema meiner Videointerpretation des genannten Videos gemacht,9 aber beim Interpretieren sehr wohl zu Grunde gelegt.

„Beim Hinweis, dass Chantal es toll findet, beim Gong nicht mehr den Raum, sondern lediglich das Programm wechseln zu müssen, drängen sich bei mir sofort zwei Fragen auf:

  1. Wie wird ein Thema wie Sport und Bewegung hier begriffen? […] [Außerdem]
  2. frage ich mich ein bisschen, wie spezieller Fachunterricht, der auf dem Erleben und Ausprobieren von bestimmten Phänomenen (Chemie, Physik, Biologie aber auch musische Fächer…) beruht, funktionieren soll“ (Julia Müller)10

Ich habe das Thema Wandel und Disruption digitaler Bildung, wie es im Video (nicht) gezeigt wird, entlang Dreier von den Studierenden im Forum genannten Aspekte (Punkte 1 – 3) auf die Historie und das Video bezogen. Daraus abgeleitet und gegenüber gestellt habe ich meine eigene Einschätzung zum Aspekt der Disruption (Punkt 4). Die Interpretation erfolgt(e) also in vier Schritten:

  1. Bildung der Zukunft als Schulbildung (Digitale Pfadabhängigkeiten)
  2. Wechsel der Software als Symbol für den Wechsel der Fächer (Science-Fiction)
  3. Schüler*innen ohne soziale Rückbindung beim Lernen (A-Soziales Lernen)
  4. Die tatsächliche Revolution von Bildung (Disruption)

Digitale Pfadabhängigkeiten

„Ob wir eine digitale Revolution erleben oder ‚nur‘ erkennbare Fortschritte […] hängt von vielen institutionellen und personalen Bedingungen ab.“11

Ein gesellschaftlicher Wandel ergibt sich im Regelfall entlang der tradierten kulturellen Grundstrukturen, was Weiterentwicklungen genauso ermöglichen kann, wie es dazu geeignet ist, tiefgreifende Konflikte oder gar Rückentwicklungen hervorzurufen.12 Im Bereich der ökonomischen Theorie bzw. auch von Technologien spricht man normalerweise von einer Pfadabhängigkeit der Entwicklungen. Wandel geschieht hier tatsächlich als Entwicklung entlang einer Linie und/oder aufbauend auf vorhandene Technologien, mit Ausnahme weniger entscheidender Zäsuren. Nur diese Zäsuren sind als spezielle Zeiträume dazu geeignet, eine ziemlich grundsätzliche Neuorientierung und -ausrichtung zuzulassen und dabei mit alten Mustern zu brechen (Disruption). Sie können im Normalfall allerdings erst rückwirkend tatsächlich als Revolution beschrieben werden. Meiner Einschätzung nach befinden wir uns im Moment im Rahmen der Debatte um digitale Bildung innerhalb eines solchen speziellen Zeitraums. Die Entwicklungsrichtung bleibt dabei offen.13

Ich greife bei der Interpretation im Rahmen dieses Blogs noch einmal auf den Aufsatz des Industriesoziologen Werner Rammert14 zurück: „Techniken sind Resultate sozialen Handelns“ und Technologien nicht allein mit technologischen Artefakten oder rein physischen „Dingen“ gleichzusetzen. Hinzu kommen müssen immer entsprechende soziale Handlungsmuster und Symbolsysteme, die ziemlich „selbstverständlich in unsere alltäglichen Handlungen eingebaut“ sind (Nutzungspraktiken).15 Sie sind in Form von „Nutzungsvisionen“ und „technischen Leitbildern“ besonders mit der Kultur verbunden. Die „Technostruktur“ repräsentiert deshalb „nicht nur, welche Denkweisen in einer Kultur dominieren und welche Problemlösungen bevorzugt werden, sondern auch die Art und Weise, wie verschiedene gesellschaftliche Gruppen im Alltag praktisch und stilbildend mit Techniken umgehen.“16 Die Grenzen zwischen Technostruktur und Soziokultur sind dabei fließend. Das kann man recht unmittelbar auf die Leitbilder von Bildung oder die Vorstellung von Lernprozessen in einer Gesellschaft übertragen.

Das Video, das zu analysieren war, ist entsprechend sehr unreflektiert, weil es die Technostruktur und Denkweisen, samt der dazugehörigen Soziokultur, weder gesondert thematisiert, noch gar innovativ auf die Zukunft überträgt. Wie die Studierenden deshalb richtig festgestellt haben, wird hier Bildung rein anhand der technischen Artefakte gedeutet (und als Schulbildung gesetzt). Deshalb ändert sich im Video eigentlich nur etwas auf der Ebene der konkreten Werkzeuge, weil beispielsweise anstatt der Tafel das Whiteboard und anstatt des Heftes das Tablet benutzt wird.

Noch einmal zurück zur Soziokultur und Geschichte von Technostrukturen: Die allgegenwärtige Tafel im Unterricht ist kulturgeschichtlich eine wichtige Errungenschaft gewesen und bereits im frühen Mittelalter als Unterrichtsmittel nachweisbar. Aber erst durch die Einführung von Schulsystemen, der allgemeinen Schulpflicht und dem Verständnis, dass Kinder nicht durch Arbeit in die Gesellschaft aufgenommen werden sollen, sondern durch das Lernen von Grundfähigkeiten17 fanden sie eine rasante Verbreitung. Durch eine entsprechende Gestaltung des Unterrichts (als soziokulturelle Technik) anhand von Fächern und mittels Lehrer, die sie benutzten, um „Stoff“ zu präsentieren, sind Tafeln schließlich so effizient geworden, dass sie als Vorlage weiterer Entwicklungen dienten. In Form von Flipcharts und Pinnwänden gibt es beispielsweise analoge Nachbildungen. Doch auch das „Whiteboard“ stellt zunächst eine exakte Nachahmung dar. Erst in zweiter Linie ist es eine (pfadabhängige) digitale Erweiterung dieser Technologie. Die digitalen Tools transportieren zunächst ihre soziokulturellen Voraussetzung zum Gebrauch mit. Oder anders ausgedrückt: Sie werden technostrukturell für die bestehende Soziokultur oder den sozialtechnischen Gebrauch entworfen und entwickelt.18

Konsequent und pfadabhängig wird im Video weiter die Vorstellung übernommen, man müsse den zu vermittelnden Stoff über unterschiedliche Fächer nahebringen. Anstatt der Fächer (mit ihrer Lehrer*innen) gibt es dann eben Programme, in die man wechselt, ohne den Raum wechseln zu müssen. Auch darauf haben die Studierenden im Forum hingewiesen. Was die Rolle der Lehrer*innen darauf festschreibt, was ihnen heute meistens schon angetan wird: Dass sie nämlich (nur) dafür zu sorgen haben, dass der Inhalt präsentiert wird. Mit einer daraus folgenden völligen Überhöhung der Sachkompetenz bei Lehrer*innen (gegenüber beispielsweise den didaktischen Kompetenzen) im Rahmen ihres Studiums. Lehrer können dann konsequenterweise durch die fortschreitenden Interaktionsmöglichkeiten mit den jeweiligen interaktiven19 Programmen abgelöst werden. Jedenfalls dann, wenn man dieser Interpretation digitalen Lernens folgt.

Science-Fiction

„Die Wirkung und Wirksamkeit digitaler Medien in der Bildung liegt also nicht in den Medien bzw. der Medientechnik selbst.“20

Präsentiert wird im Video, jedenfalls in meinen Augen, reinste Science-Fiction dergestalt, dass einfach die derzeitig möglichen technischen Tools in die Zukunft verlegt werden. Dass die vorhin erwähnten dazugehörigen Sozialstrukturen und kulturellen Verhaltensmuster, in diesem Fall vor allem das Verständnis von Lehr- und Lernprozessen, auch verändert werden können (und in meinen Augen auch sollen), wird hier vollständig ausgelassen. Was das heisst, will ich an den allgegenwärtigen Vorlesungen im Hochschulstudium erläutern.

Vorlesungen haben den besonderen historischen Kontext, auf eine Zeit zurückzugehen, in der es noch keine massenhafte Verbreitung von Büchern gab. Das Vorlesen bedeutete in dieser frühen Form tatsächlich den Zugang zu (eigenen und fremden) literarischen und wissenschaftlichen Medien in Form von Büchern, war also eine frühe Form einer speziellen Medientechnologie. Technostrukturell wurden nun, um diese Technologie möglichst gut nutzen zu können, die Räume darum herum entsprechend gebaut. Soziokulturell legt dabei bereits die Namensgebung eines Hörsaales die sozialen Rollen fest: der Lehrende spricht (um den Stoff zu vermitteln), die Studierenden hören zu (um den Stoff zu lernen).21 Die angesprochenen Technostrukturen und soziokulturellen Leitbilder wirken sich also auch baulich aus. Daraus ergibt sich umgekehrt die soziale Verlässlichkeit zu wissen, was von einem erwartet wird, wenn man beispielsweise als Studierende*r einen Hörsaal betritt. Jedenfalls wird eher nicht erwartet, dass kritische Fragen gestellt werden oder auch Diskussionen zum Thema stattfinden, weil das baulich nicht berücksichtigt ist. Sofern nicht der Lehrende ausdrücklich dazu auffordert, wird sich das nicht spontan ergeben. Und selbst dann wird es zu keiner echten Interaktion in Form einer Diskussion kommen, sondern eher um eine Wissens- oder Verständnisabfrage gehen.22

Die Technostrukturen und dazugehörenden soziokulturellen Muster prägen (Hoch-) Schulen bis hinein in die Bausubstanz. In diesem Fall zum Zwecke, die (tradierte) Technik der Vorlesung wirksam werden zu lassen. Die Technostruktur ist ganz deutlich zu sehen. Durch die Anordnung der Sitze ist auch die Soziokultur „augenfällig“.
Bild: Torben – Campus Riedberg – Physikalische Institute, Großer Hörsaal auf den Wikimedia Commons. Verwendung unter den Bedingungen der Creative Commons (BY-SA).

Um dies zu veranschaulichen, habe ich obiges Bild in meine Interpretation eingefügt. Verbunden mit der Aufforderung: „Lassen Sie es auf sich wirken und überlegen Sie, was mit Technostrukturen und Soziokulturen im Rahmen von Vorlesungen gemeint sein könnte und was sich durch die digitale Revolution in der Bildung daran ändern könnte. Und was das schließlich mit gesellschaftlichem Wandel und Partizipation zu tun hat.“

A-Soziales Lernen

„‘Personalized‘ education promises you can move at your own pace. You can (ostensibly) move in the direction you choose […] Unlike the routes of ‚traditional‘ education – the lecture hall, the classroom – those routes that are prescribed for and by the collective, ‚personalized software‘ is for you and you alone. The computer is a radically individualistic, individualizing technology; education becomes a radically individualistic act.“23

Das Video behandelt in meinen Augen dadurch, wie Lernen gezeichnet und Interaktionen gezeigt werden, tatsächlich eine Art digitaler Revolution. Allerdings in einem ziemlich negativen Sinne. Denn, nicht einmal überspitzt formuliert: die Schülerin „Chantal“ sitzt in diesem Video ziemlich alleine da – und wird auch alleine gelassen. „Auch wenn Chantal mit ihren MitschülerInnen vor ihrem Lehrer sitzt, findet im Video kaum Interaktion zwischen den Personen statt“ (Nadja Knuerr)24 Wenn man es auf einer allgemeinen und politischen Ebene betrachtet, dann wird damit ein ziemlich vollendetes neoliberales Menschenbild transportiert, das aus für sich alleine agierenden (wissensautarken) Individuen besteht. Das ist die Vorstellung, auf die derzeit ziemlich viele Anbieter digitaler Lerninhalte und vor allem elektronischer Tools abfahren. Sie wollen eben ihre Inhalte (über die Produkte) verkaufen, nicht etwa didaktische Konzepte. Ablesen lässt sich das am derzeitigen Hype um die Stichworte „informelles Lernen“ (außerhalb der formal organisierten Bildung), „selbstorganisiertes Lernen“ (die Bestimmung des individuellen Lernweges) oder auch „autonomes Lernen“ (die Lerner*innen legen fest, was sie lernen wollen). Die Hersteller sind hier um eine positive Umschreibung dieses Sachverhaltes bemüht, verfehlen jedoch aus meiner Sicht das Ziel dadurch vollständig, dass sie die Sozialnatur von Menschen – auch beim Lernen – regelrecht leugnen. Hier verweise ich auf den exzellenten Blogbeitrag von Audrey Watters, aus dem auch das Zitat oben stammt.25

Disruption

„E-Learning bezeichnet also anders, als das Wort suggeriert, zunächst einmal keine Aktivität von Lernenden, sondern ein Angebot, das von Lehrendenseite kommt und von dem man lediglich hoffen kann, dass Lernende es auch tatsächlich wahrnehmen. Genauer wäre demnach der Begriff E-Teaching; aber selbst dann müsste die Einschränkung gemacht werden, dass zum Lehren immer mehr gehört, als Stoff anzubieten.“26

Die Besonderheit, aber auch Schwierigkeiten, der zeitlichen Gestaltung und räumlichen Nutzung digitalen Lernens heute beruht darauf, dass in den entsprechenden Projekten die technologischen Entwicklungen meist alleine mit einer Perspektive auf den Erhalt der tradierten soziokulturellen Vorstellungen (Organisationsstrukturen und Sozialaspekte) von Lehre und Bildung beruhen. Sie sollen deshalb nicht verändert werden, um den Widerstand bei einem Wandel möglichst gering zu halten. Das Whiteboard ersetzt dann eben tatsächlich die Tafel, aber auch nicht mehr.27 Das gilt für die Schule genauso wie für Hochschulen und Universitäten. Ausnahmen bestätigen hier ohnehin die Regel. Ich kann an dieser Stelle nicht umhin, zu betonen, was wir bei Beck et al. Services auch im Rahmen der kollaborativen Zusammenarbeit immer wieder ferststellen: Mit den Prinzipien der digitalen Plattformen und Lernmöglichkeiten könnte tatsächlich eine Revolution stattfinden. Sie wird jedoch nicht in den digitalen Tools stecken, sondern in der anderen Form, wie Lernen organisiert wird und Bildung stattfindet. Die digitale Disruption ergibt sich also nicht aus der Technostruktur, sondern steckt in der Soziokultur der Bildung, die dadurch möglich wird. Dies möchte ich abschließend an drei Beispielen deutlich machen:

1. Den Klassenraum (Hörsaal) endlich verlassen

„Der Raum ist, wie bereits von anderen hier erwähnt wurde, angesichts der Stühle und den Tischen dem heutigen Klassenzimmer gar nicht so fern“ (Desiree Naude)28

Selbst Moodle orientiert sich als klassische Lernplattform immer noch an Klassenräumen, indem in Kursräumen normalerweise abgeschlossene Gruppen der jeweiligen Institutionen (Hochschule) anzutreffen sind. Und das, obwohl durch den virtuellen Raum sowohl die räumliche, wie auch die zeitliche Präsenz, deutlich entkoppelt werden. Die sozialen Medien und digitalen Plattformen ermöglichen es jedoch grundsätzlich, auf eine ziemlich einfache Art und Weise, die räumliche Begrenzung weiter aufzuheben bzw. gänzlich obsolet zu machen. Stichworte hierfür sind Profile, Vernetzung und Communities. Vernetzung ist dabei nicht nur zu verstehen als Verbindung zwischen den einzelnen Teilnehmer*innen, sondern auch als Vernetzung mit wichtigen Inhalten sowie Institutionen wie eben möglicherweise der Schule, die nach wie vor für Bildung zuständig sein darf und wird. Eine solche Lesart bedeutet übrigens ausdrücklich nicht, dass nicht weiterhin feste Zeitrahmen, definierte Inhalte und fixe Gruppen konstitutiv sind, um einen echten Kurs gestalten zu können. Und es bedeutet schon gleich gar nicht, dass solche Kurse nicht didaktisch gestaltet werden müssen und entsprechend Pädagogen und Lehrbeauftragte diese Tätigkeit erfolgreich ausführen können. Ein guter und wertvoller Blended-Learning Kurs setzt in meinen Augen eine gute und vor allem kompetente Begleitung, machmal auch individuelle Betreuung, voraus. Er ist deshalb auch nicht einfach skalierbar, wie sich mittlerweile anhand der widersprüchlichen Entwicklungen von MOOCs zeigen lässt.

2. Einen ganzheitlichen Zugang zum Thema sicherstellen

„Die bloße Weiterentwicklung der Geräte hat meines Erachtens kaum Auswirkungen auf den tatsächlichen Lernprozess. Für eine tatsächliche Veränderung wäre meiner Meinung nach vor allem entscheidend, welche Inhalte vermittelt werden, also welcher Lehrplan dem Konzept zugrunde liegt und wie diese Inhalte didaktisch aufbereitet werden (z.B. fächerübergreifende Projektarbeit vs. Frontalunterricht)“ (Simone Feller).29

Genauso wie die hierarchische Ein- und Unterteilung von Organisationen (Unternehmen) nach Aufgabengebieten (Abteilungen) heute ein echtes Handicap darstellt, weil die Zusammenhänge nicht adäquat bearbeitet werden können und der Austausch dazwischen schwierig zu gestalten ist, ist die Aufteilung des Unterrichts in Fächer, und dann noch die Unterscheidung in Kernfächer, ein echtes Hindernis für ganzheitliches Lernen. Hier verweise ich lediglich auf die üppige Literatur der Kritik daran, insbesondere unter Aspekten nachhaltigen Lernens und Wissensaufbaus. Es ist nicht nur der Komplexität moderner Welten geschuldet, dass eine Einteilung und vor allem Trennung in Fächer obsolet ist, sondern auch einem sich wandelnden Verständnis der Vorstellungen über Lernprozesse und Kompetenzbildung. Grundsätzlich bietet die digitale Revolution, gerade wenn man von den Tools ausgeht, beim Lernen die Möglichkeit, einen ganzheitlichen Zugang zum Stoff sicherzustellen. Denn zumindest Lernplattformen mit ihren Anwendungen wie etwa Wikis, Foren oder auch Blogs sind „anwendungsoffene“ Software. D.h., dass mit ihrer Einführung noch keineswegs feststeht, wie sie genutzt werden können und sollen.

Auch unter Gesichtspunkten einer breiten Bildung sind die Inhalte oder Probleme (und ihre Lösung), vor allem aber Kompetenzen, die gelernt werden sollen, schlecht in getrennte Bereiche (Fächer) aufzuteilen. Damit werden nämlich die Interaktionen, Wechselwirkungen, Bedingungen oder auch kausalen Zusammenhänge aus den Augen verloren. Nicht nur isolierte Objekte zu betrachten gilt es, sondern systemische Zusammenhänge zu begreifen, um darin kompetent handeln zu können. Dazu zählt auch ein medienkompetenter und anwendungsicherer Umgang mit und im Internet. Wenn man die digitalen Lerntechniken (was bereits als Technostruktur mehr ist als die Anwendungen, weil sie immer auch ihre Verwendung betrifft) richtig einsetzt, kann über sie ein ganzheitlicher inhaltlicher Zugang sehr einfach organisiert werden. Ein wichtiger Aspekt dabei ist sicher der, dass die Lerner*innen unterschiedlich Fragen an den „Stoff“ haben oder auch ein jeweils anderes Interesse, den Inhalt zu lernen (Motivation). Auch hierbei können die digitalen Lerninstrumente äußerst hilfreich sein. Wenn Sie in ein didaktisches Gesamtkonzept und eine ganzheitliche Kursgestaltung, bis hin zu der Art des „Leistungsnachweises“ (Prüfung oder Teilnahmebestätigung), eingebunden werden.

3. Wissen als kollektive Ressource bzw. Gemeingut (Commons)

„Abschließend möchte ich nochmals die Frage in den Raum werfen, ob sich das Lernen an sich – also der individuelle Prozess der Verinnerlichung von Inhalten, Erfahrungen, Emotionen – überhaupt verändern lässt oder ob sich vielleicht nur die Rahmenbedingungen beeinflussen lassen. Für mich ist die Frage also vielmehr, wie ich ein lernförderliches Umfeld erschaffen kann“ (Simone Feller).30

Als letztes möchte ich anführen, dass das Ergebnis digitalen Lernens, das daraus entstehende Wissen, ebenfalls einem Wandel, und möglicherweise einer Revolution, unterworfen ist. So gut wie alle organisierten und formalen Lernprozesse betonen derzeit stark die Komponente formalisierbaren, reproduzierbaren und explizierbaren Wissens. Also eines Wissens, das in Form von entsprechenden Fragen und Antworten (Multiple-Choice) oder auch eines einfachen Aufschreibens jederzeit auszuspeichern ist.31 Das ähnelt vielfach dem behavioristischen Lernparadigma einer (instrumentellen) Konditionierung und nicht selten dürfte eine entsprechende Lerntheorie dahinterstecken. Die Folge davon ist nicht nur eine äußerst kurze Behaltensquote und ein sogenanntes Bulimie-Lernen, sondern auch, wie unter dem Punkt A-Soziales Lernen schon angemerkt, eine Vollendung Neo-Liberalen Denkens auf der Wissens-Seite.32 Dabei ist das Gegenteil doch allzu offensichtlich: Wissen ist sowohl in der Generierung, als auch vor allem in der Anwendung (und Auslagerung) immer ein kollektiver Akt. Menschen alleine könnten gar nichts wissen und ständig alles Wissen von vorne (er-)finden zu müssen wäre auch ziemlich aufwändig. Nicht zufällig hat sich deshalb mit den neuen digitalen Möglichkeiten auch die Commons-Bewegung gebildet. Mit dem Anspruch, die entsprechenden Wissensbestandteile und Medien „gemeinfrei“ zu machen oder zumindest nur solche Lizenzbedingungen anzuwenden, die eine jederzeitige Wiederverwendung und vor allem Erweiterung ermöglichen (Namensnennung, Weiter-Verwendung unter gleichen Bedingungen). Was eine entsprechende kompetente Aneignung (Lernen) und Nutzung (Referenzieren und Teilen) voraussetzt.

Soweit der inhaltliche Part meiner Videointerpretation.

Videointerpretation(en) via Moodle

„Da es sich um ein Werbevideo von Microsoft handelt ist es logisch, dass im Video keine kritische Reflexion stattfindet. Die neue Technik wird als Lösung für alle Probleme präsentiert, mit deren Hilfe effizienter, aktueller, schneller und mit mehr Spaß gelernt werden kann“ (Julian Schröder).33

Die Anwendung der Videointerpretation im Rahmen des Kurses auf Moodle ist zunächst ein schönes Beispiel dafür, wie einfach ursprünglich analoge Methoden auf die digitale Sphäre übertragen werden können. Die Anwendungen im Rahmen von Plattformen machen es dabei sehr viel einfacher, diese Methode anzuwenden: Ich kann im Rahmen des Forums auf das Video verlinken (oder noch besser: es einbetten) und bei YouTube Videos erscheint auch bereits die Darstellung innerhalb des rahmenden und fragenden Textes. Die Studierenden können auf die Aufgabenstellung im Kontext des entsprechenden Forums direkt antworten. Vorteilhaft ist dabei, dass die Überlegungen und Ausführungen schriftlich zur Verfügung stehen und für mich als Lehrbeauftragter auch klar ist, wer darauf was geantwortet hat. In diesem Fall entstand ein Diskussionsthread, an dem sich alle, an die sich die Aufgabe richtete, beteiligt haben. Ein Ergebnis, das ich in Face-to-Face Situationen bzw. Präsenzsitzungen eher selten zustande gebracht habe. Davon abgesehen musste ich mich nicht um die Bereitstellung des Video-Rekorders (und das Ausleihen eines entsprechenden VHS-Videos) kümmern – für alle, die solche Geräte noch kennen 🙂 .

Inhaltlich kamen, nach einer ersten Anlaufphase, durchwegs (fast) alle Aspekte in den Antworten und Interpretationen vor. Das sollen vor allem die von mir verwendeten Zitate der Studierenden an den einzelnen Stellen belegen. Insofern gilt an dieser Stelle den Beteiligten in der Diskussion mein Dank dafür, sie zitieren zu dürfen. Gezeigt hat mir diese Aufgabe (und ihre Erledigung), dass die Studierenden nicht nur ein solides Vorwissen mitbringen (jedenfalls in diesem Studiengang und/oder bezüglich dieses Themas), sondern auch die Bereitschaft, sich auf eine solche interpretative Aufgabe einzulassen. Schließlich zeigt sich auch, dass das kollaborative Vorgehen34 im Sinne eines Social Learning auch hier sehr gut funktioniert. Für mich jedenfalls ist die Interpretation – und damit auch dieser Blogeintrag – ein gemeinsames Ergebnis. Oder vielmehr ein Ergebnis des gemeinsamen Lernens im Kurs, zu dem ich dankenswerterweise über diesen Blogbeitrag meine eigene Perspektive und inhaltliche Erweiterungen beisteuern konnte.

  1. Mike Voigt als Student im Rahmen des Kurses „Bildung im Digitalen Handlungsraum“ im Sommersemester 2017 an der Hochschule München im Rahmen der Videointerpretation. Alle weiteren Zitate von Studierenden werde ich mit Student oder Studentin, a.a.O. kennzeichnen. []
  2. Normalerweise biete ich im Hochschulkontext recht ausschließlich Blended-Learning Konstellationen an, so auch in diesem Fall. Die erste Phase auf Moodle fand nach der einführenden Präsenzsitzung statt. []
  3. Hier habe ich die Videointerpretation zur Verfügung gestellt, die ich auf Moodle hochgeladen hatte. []
  4. Am Ende des Beitrages. []
  5. Von den meisten im folgenden genannten Aspekten kommt im Video explizit nichts vor. Das ist nicht zufällig und ich will es, wie schon geschrieben, auch nicht überbewerten, weil das von den Produzenten sicher nicht in diesem Sinne vorgesehen war. []
  6. Student, a.a.O. []
  7. Die komplette Aufgabenstellung lautete so: Auch das Lernen verändert sich in der digitalen Welt, oder? Verändert es sich wirklich? Das hängt ein bisschen davon ab, mit welcher Brille bzw. eigentlich viel eher: mit welchem Interesse sie die digitale Transformation beschreiben. Aus der Brille von Microsoft gesehen stellt sich das Lernen im Film folgendermaßen so dar, wie Sie es unter folgender URL ansehen können (ca. 4 Minuten): https://www.youtube.com/watch?v=ab6E9hrBD_g. Ihre Aufgabe ist es, sich den Film anzusehen und Gedanken oder Notizen, die Ihnen dazu einfallen, im Rahmen des Forums zu hinterlegen. Sie können bereits hier diskutieren, zunächst aber wäre mir nur wichtig, dass sie einen Blick dafür bekommen, wie solche Themen in den entsprechenden Filmen (oft Werbevideos) verhandelt werden. []
  8. Werner Rammert (2000): Technik, Handeln und Sozialstruktur: Eine Einführung in die Soziologie der Technik. Working Paper 3 an der TU Berlin, S. 7. []
  9. Siehe Dokument oben. []
  10. Studentin, a.a.O.; Da in Online-Foren sprachlich nicht so ganz akkurat geschrieben wird (und auch nicht werden muss), habe ich mir erlaubt, die Zitate, wo notwendig, orthographisch und in der Interpunktion anzupassen. []
  11. Josef Schrader (2017) unter https://ec.europa.eu/epale/de/blog/digitale-medien-und-die-bildung-erwachsener-wie-ist-der-status-quo-und-was-sind-die []
  12. Normalerweise gehe ich mit Hegel von einer dialektischen Entwicklung aus, d.h., dass sich anhand der inneren Widersprüche aufzeigen lassen muss, welche Entwicklungen in die Zukunft gesehen möglich sind. []
  13. Ich denke, dass hier die Analyse von Felix Stalder vollkommen zutrifft und eine Entwicklung in Richtung „Postdemokratie“, dementsprechend auch „Postbildung“ genauso denkbar ist wie eine Entwicklung in die Welt der „Commons“, in der auch Bildung ein Allgemeingut im Wortsinne wird. []
  14. Rammert a.a.O. []
  15. Hier ergibt sich der fast logische Anschluss an die hochaktuellen Theorien sozialer Praktiken auch im Bereich der Bildungstheorie. []
  16. Rammert a.a.O., S. 3 & 6 []
  17. Wie beispielsweise der, mit Maschinen umzugehen. Die allgemeine Schulpflicht während der Industrialisierung wurde primär nicht aus politisch hehren Zielen eingeführt, sondern diente, neben der Hoffnung, wieder vernünftige Soldaten zu bekommen, weil die Kinder nicht durch Arbeit (zu) verkrüppelt waren, der „Abrichtung“ zum Maschinenführen. Gleichwohl wurden damit neue Leitbilder generiert. []
  18. Was mitunter völlig kuriose Folgen hat, wie man an der Einführung von PowerPoint als Ersatz für Folien auf Tageslichtprojektoren sehen konnte. Entwickelt von Programmierern gab es allerlei technischen „Schnickschnack“, jedoch wenig Überlegungen dazu, dass beispielsweise blaue Folien mit gelbem Hintergrund ziemlich dumm zu lesen sind. Jede bessere Business-Präsentation zu dieser Zeit setzte aber (wohl deshalb, weil es Neuheit und Aktualität suggerierte) auf genau diese Art von Folien. Und den Ersatz von Qualität durch Quantität (weil die echten Folien viel Geld kosteten). Ziemlich ermüdend auf Dauer. []
  19. „Interaktiv“ wird von den Herstellern von Lernprogrammen beispielsweise sehr eigenwillig als Interaktion mit dem Programm gedeutet, meist um den Lernpfad zu bestimmen. []
  20. Michael Kerres (2017) unter https://ec.europa.eu/epale/de/blog/digitale-bildungsrevolution-ein-plaedoyer-fuer-die-gestaltung-des-digitalen-wandels []
  21. Eine weitere historische Konstante ist, dass hier das Verhältnis Meister-Novize grundgelegt ist, wie es noch heute im Bereich der dualen Berufsausbildung, ebenfalls in der Zeit der Industrialisierung wurzelnd, angewandt wird. []
  22. Darauf sind beispielsweise die Voting-Systeme spezialisiert, die mittlerweile immer öfter im Rahmen konventioneller Vorlesungen eingesetzt werden. Insofern zieht auch hier die Technostruktur pfadabhängige Entwicklungen von Anwendungen nach sich. []
  23. Audrey Watters (2017) unter http://hackeducation.com/2017/03/30/driverless []
  24. Studentin, a.a.O. []
  25. Besonders gut beobachten konnte ich das selbst bei meinem Besuch der Messe „Learntec„. Meine Erfahrungen habe ich im Rahmen unseres Corporate Blogs hier beschrieben. []
  26. Werner Sesink (2003): Grenzen des E-Learning. Manuskript zum Vortrag im Rahmen des IT-Lehrertags am 13.10.2003. Verfügbar unter: http://www.sesink.de/wordpress/wp-content/uploads/2014/09/eLearning_Grenzen.pdf, S. 2. []
  27. In der Regel ersetzt sie die Tafel noch nicht einmal, sondern wird einfach parallel zur Verfügung gestellt. []
  28. Studentin, a.a.O. []
  29. Studentin, a.a.O. []
  30. Studentin, a.a.O. []
  31. Ich habe mich an andere Stelle im Rahmen meines Blogs, nämlich hier und hier, umfangreicher damit auseinandergesetzt diese Art des Wissens als technizistisches Wissen bezeichnet. []
  32. Wie problematisch diese Situation im Bereich der Hochschulbildung ist, schildert Stuart Firestein in seinem bemerkenswerten TED-Talk über das Streben nach Ignoranz. []
  33. Student, a.a.O. []
  34. Auch in dem Sinne gemeint, dass ich ebenfalls mitdiskutiert habe bzw. zu Beginn mit speziellen Fragen den Fokus auf die Inhalte versucht habe zu lenken. []
PDF24    Sende Artikel als PDF   

2 Antworten

  1. Danke für den Beitrag, Alexander! Du machst hier schön deutlich, welche Beschränkungen wegfallen, wenn man mal darauf einläßt, Lernen nicht mit den traditionellen Vorstellungen zu sehen. Ein guter Einstimmungsbeitrag für den CL2025.
    Mich freut sehr, dass der ganze Kurs am CL2025 teilnehmen wird! Da trifft sich dann Wissenschaft und Praxis zum gemeinsamen Lernen! Ist ja auch ein sichtbares Beispiel für die enorme Erweiterung des Lernraumes – wenn man sich mal darauf einlässt.
    Bis zum CL2025!
    Viele Grüße Karlheinz

    • Guten Morgen lieber Karlheinz,
      vielen Dank für Dein Feedback. Ja – ich sehe das auch als ein Beispiel dafür, wie man den Lernraum erweitern kann und vor allem, wie man Lerner*innen motivieren kann :-). Eine weitere Erfahrung, die relativ weit unten im Beitrag steht, ist die, dass – zumindest die Studierenden dieses Kurses – zum Teil ein unglaubliches Vorwissen, aber vor allem die Bereitschaft, sich inhaltliche mit diesem Thema auseinanderzusetzen, mitbringen. Und zwar unabhängig davon, wie gut sie es auch in Worte fassen können, was, nebenbei bemerkt, eine wichtige Kompetenz für die Zukunft sein wird und alles andere als trivial ist :-).
      Ich freue mich sehr, dass es gelungen ist und wir werden im MOOC voneinander hören.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.